Chronik 4!

 

Chronikführung 1949

Die Chronikführung für das Jahr 1949 ist in der Gemeinde Sosberg diesmal keine leichte Aufgabe. Denn das Jahr 1949 brachte für uns die äußere Vollendung der durch die langen Kriegsjahre unterbrochenen Umlegung der Gemarkung.

Im Frühjahr u. Sommer des Jahres wurden die Vermessungsarbeiten soweit vorangetrieben, daß Ende August die neue Planausgabe an alle Grundbesitzer der Gemeinde vorgenommen werden konnte. Was sich nun da zugetragen hat, kann man einfach nicht mit paar nüchteren Worten abtun. Und spätere Geschlechter, die dieses lesen mögen sich noch ihre Nutzanwendung daraus ziehen.

Dem einen Teil der Grundbesitzer hat man derart gute Pläne ausgewiesen, daß ihr Vermögen über Nacht derart zugenommen, was in Prozenten auszudrücken nicht gut möglich ist. Einen kleineren Teil von Besitzern hat man demgegenüber sehr übel mitgespielt.

Es gibt Fälle wo Bauern, die in dem 7. - 8.besten Flur lagen rings ums Dorf 5 - 6 ha gutes Weizen-Gemüseland hatten fast nichts mehr ausgewiesen bekamen.

Das derartige Zustände u. Ereignisse nicht ohne Folgen bleiben konnten, liegt klar auf der Hand. Seit der Planausgabe sind die Spannungen im Ort sehr groß, und wir wollen hoffen, daß mit Gottes Hilfe dieses große Unrecht wieder gut gemacht wird, zum Segen des ganzen Dorfes, und zur allgemeinen Befriedung hier. Wir wollen hoffen, daß der Chronikschreiber nächstes Jahr Erfreulicheres darüber berichten kann.

Gott sei Dank, gab es im verflossenen Jahr 1949 auch erfreuliche Ereignisse in der Gemeinde.

Am 1. Mai feierte unser verehrter Lehrer, Herr Emil Busch, sein 25jähriges Ortsjubiläum. Dieser pflichttreue Beamte u. Erzieher, hat während der ganzen Zeit seines Hierseins stets unerschrocken u. ohne Menschenfurcht treu zu uns und seiner Kirche gestanden, ganz besonders in der Zeit nach 1933, als jenes verbrecherische System an die Macht kam, und dann in den langen bitteren Kriegsjahren.

Das ganze Dorf ehrte ihn aufrichtig in einer schlichten Feierstunde. Leider verließ uns dieser treffliche Mann am 1. Sept. um seine neue Stelle als Hauptlehrer in unserem Pfarrdorf Mastershausen anzutreten.

Wir wünschen ihm eine recht glückliche Zukunft, von Herzen.

Am gleichen Tage trat unser neuer Lehrer Herr Bartsch die hiesige Schulstelle an. Dieser neue Mann kommt mit seiner Familie aus dem Osten bei Breslau her.

Ihm ging es wie Millionen armer vertriebener Ostdeutschen, die von ihrer Heimat vertrieben, mittellos und aller Habe beraubt, sich in der Fremde eine neue Heimat suchen mußten. Möge ihm und den Seinen unser Ort, diese neue Heimat werden.

Für den Chronikschreiber ist es eine Ehrenpflicht und Ehrensache, hier eines Mannes zu gedenken, der in den letzten Jahren wie kein anderer zuvor sich um unser Dorf verdient gemacht hat, und zwar des Hochw. Herrn Pater Mols von Ravengiersburg. Was dieser edle, seeleneifrige Priester in den letzten Jahren hier geleistet hat, besonders durch die Renovierung unseres heute so schmucken u. schönen Kirchleins, die höchst feierliche Gestaltung unseres Gottesdienstes, besonders an den Feiertagen und an den Paramentenbeschaffung, das können wir ihm niemals gut machen.

Ich möchte dieses auch ganz besonders für die kommenden Generationen hier festhalten, damit auch sie wissen, wem das alles zu verdanken ist, und wem auch sie zu Dank verpflichtet sind.

Ich kann den Jahresbericht nicht abschließen ohne unser armen Kriegsgefangenen und Vermißten zu gedenken. Im letzten Herbst u. Winter kehrten die 2 letzten, die mit ihren Angehörigen in Nachricht standen aus langer russischer Gefangenschaft heim, und zwar Johann Bonni u. Toni Christ. Jetzt hat unser Ort noch 6 Vermißte zu beklagen.

Es sind dieses:

Alfons Decrouppè, Franz Weis, beide sind Stalingrad vermißt, Ewald Klein in Italien vermißt, Aloys Lehnert, Josef Petry u. Jos. Lehnert, in Rußland vermißt.

Gebe Gott, daß falls sie noch am Leben sind, Ihnen im neuen Jahr 1950 die Heimkehr zu ihren Angehörigen zuteil wird.

Falls sie aber in fremder Erde schlummern sollten, möge ihnen der liebe Gott im bessern Jenseits, all ihre Leiden und Sehnsucht nach der l. Heimat reichlich belohnen. Das walte Gott.

Sosberg, den 2. März 1950, Der Chronikschreiber, Diederichs Aloys

 

Chronikführung 1950

Im Jahr 1950 wurde vor allen Dingen an der Folgeeinrichtung der Umlegung gearbeitet. Eine Kolonne von Arbeitern unter Aufsicht von dem Bernhard Haberkamp war ständig mit Feldwegebau, Dränagen und degl. beschäftigt.

Das ganze Jahr hindurch bildete immer das Hauptthema die Umlegung.

Manches Unrecht wurde ja behoben, aber die Spannungen im sonst so stillen friedlichen Dörfchen dauern immer noch an. Gebe Gott das alles wieder ins rechte Gleis kommt.

Alle Grundbesitzer sind durch die Umlegung schwer belastet. Bis zum 1. Nov. 1950 hat das Dorf rund 28 Prozent vom Schätzungswert bezahlt und noch wissen wir nicht wann wir damit fertig sind.

Im Sommer 1950 beschloß die Gemeindevertretung den Bau einer 2 Familienwohnung im neuen Baugelände "Im Acker" für die Ostflüchtlinge. Das Gebäude war bis Ende November soweit fertiggestellt, das es bezogen werden konnte. Im August bekamen wir die ersten Familien Ostflüchtlinge zugeteilt. Diese armen Leute kommen aus der Tschechoslowakei und wurden vorerst in dem neuen Gemeindesaal untergebracht.

Von da zogen sie im Dez. nach Fertigstellung des oben erwähnten neuen Hauses in dasselbe um. Im Herbst wurde uns eine zweite Familie zugewiesen. Selbige kam aus Galizien.

Eines großen Ereignisses mußte hier ganz besonders bedacht werden. Im Jahre 1950 fand hier in Sosberg zum ersten Male die Fronleichnamsprozession statt. Durch die Initiative unseres hochw. Herrn Pastores Kasper und der des hochw. Herrn Pater Mols, wurde dieses von Trier gestattet.

Es muß hier nun ausdrücklich zu Ehre des Dorfes festgestellt werden, das dieses große Ereignis ein wahrer Triumpfzug für den l. Heiland wurde. Das ganze Dorf wetteiferte für den Schmuck der Straßen u. Altäre, und es entstand eine fast nicht mehr zu überbietende Pracht.

Die Musikkapelle unseres Pfarrdorfes Mastershausen hatte sich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt und verschönte zusammen mit dem verstärkten Sosberger Kirchenchor die erhebende Feier.

Der schönste Lohn für all dieses wäre, wenn der durch die Umlegung so arg ins Wanken geratene dörfliche Friede recht bald wieder ganz hergestellt würde.

Von den im Vorjahr erwähnten Kriegsvermißten des Dorfes ist leider im Jahr 1950 keiner zurückgekehrt. Es muß immer mehr angenommen werden, daß die meisten von ihnen nicht mehr am Leben sind. Möge ihnen, falls sie tot sind, die fremde Erde leicht werden, das walte Gott!

Sosberg, den 11. März 1951, Der Chronist, Aloys Diederichs

 

Chronikführung 1951

Am 17. Januar 1951 starb unser verehrter alter Herr Pastor Peter Kasper. Am Feste der unbefleckten Empfängnis 8. Dez. 50 hatte er einen Schlanganfall erlitten. Von den Folgen konnte er sich nicht mehr erholen. Rund 28 Jahre vom Juni 1923 - Januar 1951 war er der Pfarrei Mastershausen-Sosberg in des Wortes wahrstem Sinn ein guter Hirte.

Während seiner Amtszeit wurde die Pfarrkirche ganz renoviert und ein neuer Glockenturm errichtet.

Jetzt ruht er auf dem schönen Friedhof in Mastershausen im Schatten des großen Friedhofskreuzes. Möge ihm der liebe Herrgott für all seine Mühen u. Sorgen reichen Lohn geben.

Während der langen Monate, wo die Pfarrei nun verwaist war, wurde der Gottesdienst von den hochw. Herrn Patres von Ravengiersburg versehen.

Am 30. Sept. 51 kam nun unser neuer Herr Pastor, Herr Pfarrer Hermann Spanier in die Pfarrei. Er kommt von Lichtenborn in der Eifel. Wir wünschen diesem neuen Seelsorger viel Glück u. Erfolg bei seiner Seelsorgtätigkeit.

Im Jahre 1951 wurden die restlichen Umlegungsarbeiten fortgesetzt und im großen ganzen zu Ende geführt.

Im Herbst 1951 errichtete die Gemeinde "Im Acker" neben dem neuen Flüchtlingshaus auch ein kleines Ökonomiegebäude für die Ostflüchtlinge.

Der Gesundheitszustand der Dorfbevölkerung scheint im Jahre 1951 ein ausgezeichneter gewesen zu sein, denn im ganzen Jahr ist auch nicht ein einziger Sterbefall zu verzeichnen.

Entsprechend der Einwohnerzahl von ungef. 250 Seelen sind im Ort eine große Zahl von alten Leuten über 70 bzw. 80 Jahre.

Joh. Haberkamp 84 Jahre alt, Wwe. Petry 84 Jahre, Nikl. Décrouppe 82 Jahre,  Pies M. Suss. 81 Jahre, Lehnert Nikl. 80 Jahre, Wwe. Lehnert 79 Jahre, Wwe. Anton Christ 77 Jahre, Kölzer Joh. Jos. 76 Jahre, Kölzer Margarethe 75 Jahre, Bauer Joh. Jos. 74 Jahre, Wilhelms Peter 74 Jahre, Hansen A. Maria 74 Jahre, Lehnert Margarethe 74 Jahre, Hoffmann Jos. 73 Jahre, Zilles Peter 73, Bonni Jakob 73 Jahre, Wwe. J. Pet. Bonni 76 Jahre, Zilles Johann 71 Jahre, Klein Matth. 71 Jahre, Haberkamp Jos. 70 Jahre, Schmitz Peter Wwe. 72 Jahre.

Von den noch 5 Vermißten die unser Ort noch zu beklagen hat, kam die Nachricht, daß der Jos. Petry bereits im Jahre 1945 in Kurland gefallen ist.

Soweit die Chronik für 1951.    Sosberg, den 16. III. 1951.  Der Chronist: Aloys Diederichs

 

Chronikführung 1952

Das große Vorhaben der Gemeinde im Jahre 1952 war die Instandsetzung ihrer Dorfstraßen. Bei der sehr ungünstigen Finanzlage der Gemeinde bedurfte dieses große Vorhaben einer langen sorgfältigen Vorarbeit und Planung von Seiten der Gemeindevertretung.

Bereits während der Wintermonate wurden mit der Firma Faber aus Schlierschied Verhandlungen aufgenommen, und im Frühjahr besagter Firma die ganzen Arbeiten u. Materiallieferungen übertragen.

Die Hauptstraße und die Nebenstraße zur Kirche u. Schule wurden nach Herstellung einer festen Unterlage mit einer Teerdecke versehen. Alle übrigen Nebenstraßen wurden mit wassergebundenen Schotterdecken versehen.

Die Gesamtunkosten betragen rund 42000 D.M. Die Gemeinde war gezwungen bei der Kreiskasse in Zell ein Darlehen in Höhe von15000 D.M. aufzunehmen, bei einem Zinssatz von 7 %. Zur Tilgung dieses Darlehens versteigerte die Gemeinde im Herbst 1952 ungef. 4 ha sogenannten Gemeindestreubesitz an Sosberger Bürger.

Im Herbst 52 stand noch ein anderes Ereignis im Vordergrund, nämlich die Wahlen zur Gemeinde- Amts- und Kreisvertretung, die am Sonntag den 9. Nov. getätigt wurden.

Für die Gemeinde-Vertretung war ein Wahlvorschlag der C.D.U. aufgestellt. Aus diesem Grunde fand Mehrheitswahl statt.

Trotz sehr großer Stimmenzersplitterung wurde der Wahlvorschlag der C.D.U. mit sehr großer Mehrheit vollständig gewählt.

Der neue Gemeinderat besteht aus folgenden 7 Mitgliedern:

1. Christ Jos., 2. Lehnert Bernh., 3. Kölzer Herbert, 4. Diederichs Aloys, 5. Gerritz Hans, 6. Wirz Jos., 7. Klein Jos.

Bei der Anfang Dez. 52 erfolgten Einführung der neuen Vertretung durch Amtsbürgermeister Hölkermann Blankenrath, wurde das Mitglied Herbert Kölzer zum Ortsbürgermeister und Diederichs Aloys zum 1. Beigeordneten gewählt.

In die Amtsvertretung wurde von dem C.D.U.Vorschlag Josef Christ als Amtsvertreter gewählt.

Desgleichen in den Kreistag vom C.D.U.Vorschlag Diederichs Aloys als Mitglied wieder gewählt.

Eines muß bei der Chronikführung des Jahres 1952 noch erwähnt werden, nämlich der ganz abnormen Witterungsverlauf des Jahres.

Das Frühjahr war in seinem ganzen Verlauf für das Wachstum recht günstig. Der Vor- und Hochsommer ganz trocken u. sehr heiß mit vielen Tropentagen, so daß die ganze Fruchternte darunter sehr litt.

Die Hackfrucht konnte infolge der großen Trockenheit nicht ansetzen. Mitte Sept. setzte nun dauerndes Regenwetter ein, das ununterbrochen den ganzen Okt. u. November hindurch anhielt. Die Landwirte gerieten infolge dieser Witterung bei der Hackfruchternte und Herbstbestellung in eine arge Zwangslage.

Viele Landwirte gingen noch bis Weihnachten zum Kartoffelausmachen in Eis und Schnee. Der Frost hatte große Schäden in den Kartoffel- u. Rübenfeldern angerichtet. Ein großer Teil der Herbstsaat wurde nicht bestellt, u. die spät bestellten Weizenfelder sind zur Stunde noch nicht aufgegangen.

Infolge des dauernden Regenwetters kamen die Kartoffeln nicht gerade in einem idealen Zustand aus dem Boden, und die Landwirte wurden keinen Zntr. los, welches eine große finanzielle Einbuße bedeutete, und nicht gerade zu größerem Kartoffelanbau reizt.

Von den noch 4 Vermißten, die unser Ort noch zu beklagen hat, muß immer mehr angenommen werden, daß sie in Rußlands Erde ruhen. Möge der l. Gott Ihnen alles reichlich vergelten.

Sosberg, den 2. März 1952,  Der Chronis Aloys Diederichs

 

Chronikführung 1953

Das Jahr 1953 war rein landwirtschaftlich gesehen kein gutes Jahr. Bedingt durch den äußerst nassen Herbst und Vorwinter konnte ein großer Teil der Winterfrucht nicht bestellt werden. Ein anderer großer Teil winterte fast völlig aus, und mußte im Frühjahr neu bestellt werden.

Infolge der großen Trockenheit im April u. Mai lief ein bedeutender Teil der Sommerfrucht nicht auf, oder wurde weitgehend vom Drathwurm zerstört. Auf Grund dieser Tatsachen war die ganze Fruchternte 1953 fast einer Mißernte gleichzusetzen.

Als Folgeeinrichtung der bemerkten Umlegung wurde Anfang März 1953 auf Vorschlag des Kulturamtes Simmern ein Boden- u. Wasserverband gegründet. Zweck dieser Einrichtung ist die Instandhaltung der bei der Umlegung errichteten Dränagen, Bachläufe u. dgl. Es soll hierfür von den einzelnen Mitgliedern pro Ar beteiligter Fläche ein Unkostenbeitrag von 3 Pfg. gehoben werden.

Das bedeutenste Vorhaben der Gemeinde war erstens eine Oberflächenbehandlung der im Vorjahr neu errichteten Dorfstraßen und zweitens der Neuausbau der Straße nach Reidenhausen. Diese ganze Strecke wurde mit einer Teerdecke versehen.

Die ganzen Arbeiten wurden wieder wie im Vorjahr der Firma Wilhelm Faber Schlierschied vergeben. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ungef. 35000 D.M. Die Gemeinde erhielt vom Lande hierfür einen Zuschuß von 7000 M. Es wurde ferner nochmals ein Darlehen bei der Kreiskasse in Zell in Höhe von 18000 D.M. aufgenommen. Für die Tilgung dieses Darlehens wurde die Veräußerung von sogenanntem Gemeindestreubesitz beschlossen.

Ferner errichtete die Gemeinde auf dem Schulplatz eine neue Abortanlage für die Schule.

Von den 4 Vermißten unseres Dorfes ist auch im Jahr 1953 keiner zurückgekehrt.

Sosberg, den 21. März 1954, Der Chronikschreiber, Diederichs Aloys

 

Chronikführung 1954

Genau wie das Jahr 1953 war auch das verflossene Jahr 1954 für die Landwirtschaft ein sehr schweres Jahr.         Bedingt durch die große Trockenheit und durch die sehr scharfen Nachtfröste das ganze Frühjahr hindurch winterten fast alle Weizenfelder aus und mußten neu bestellt werden.

Mit dem beginnenden Sommer setzte nun fast plötzlich eine große Regenperiode ein, die den ganzen Sommer u. Herbst über anhielt.

Als Folge hiervon lagerte fast alle Frucht und wuchs nachher zum großen Teil auf den Kasten stehend aus. Die Landwirte hatten große Müh und Not, die verregnete Ernte unter Dach zu bringen.

Im Frühjahr 1954 versteigerte die Gemeinde zum zweiten Male einige ha Gemeindestreubesitz. Der Erlös diente, wie auch der Vorjährige, der Abtragung der bei der Kreiskasse aufgenommen Darlehen, gelegentlich des Straßenbaues.

Seit Dez. 54 ist unser Ort endlich auch an die Postomnibuslinie Kirchberg - Karden angeschlossen. Nach langen Verhandlungen mit der Oberpostdirektion Koblenz wurde erreicht, daß der Omnibus wöchentlich 2 Mal nach hier kam.

Soweit die Chronikführung für 1954.  Sosberg, den 13. III. 1955. Der Chronist Aloys Diederichs

 

Chronikführung 1955

Das Jahr 1955 war für die Landwirtschaft ertragsmäßig gesehen ein recht gutes Jahr. Entgegen seinen Vorgängern konnte die ganze Ernte dank der guten Witterung sehr gut und reibungslos eingebracht werden.

Im Mai dieses Jahres feierte der Altbürgermeister und langjährige Kirchenvorstand, Herr Joh. Josef Kölzer das Fest der Goldenen Hochzeit, unter Beteiligung des ganzen Dorfes.

Auf Anregung des Herrn Pastor Dr. Mols wurde die Errichtung eines Kriegergedächtnismals für die Gefallenen u. Vermißten beider Weltkriege beschlossen. Das Ehrenmal soll im neuen Vorraum der Kirche errichtet werden. Zur Finanzierung wurde eine Frucht u. Geldsammlung durchgeführt, die einen vollen Erfolg hatte.

Bei den letzten Heimkehrertransporten aus Rußland kam leider keiner unserer Vermißten zurück, und es muß immer mehr damit gerechnet werden, daß sie nicht mehr am Leben sind.

Sosberg, den 29. II. 1956, Diederichs Aloys

 

Chronikführung 1956

Das Jahr 1956 war von weittragenden weltpolitischen Ereignissen überschattet, die das Interesse der Öffentlichkeit naturgemäß in stärkstem Maße beanspruchten.

Hier sind vor allen Dingen der Volksaufstand in Ungarn und seine blutige Niederwerfung durch die sowjetische Armee, und die als Suezkriese in die Geschichte eingehende militärische Intervention Frankreichs, Englands und Israels gegen Ägypten zu nennen.

Nachdem diese Ereignisse, die den Schatten eines dritten Weltkrieges hervorriefen im wesentlichen abgeklungen sind, wendet sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wieder mehr den kleineren Geschehnissen des täglichen Lebens zu, die die Bevölkerung im Allgemeinen mit lebhaftem Interesse verfolgt, weil sie oft unmittelbar in ihre eigene Sphäre eingreiften und den einzelnen in mehr oder weniger starken Maße berührten.

Das Jahr 1956 war landwirtschaftlich gesehen ein recht hartes Jahr.

Nach seinem recht freundl. Frühjahr setzte Ende Mai, Anfang Juni eine Regenperiode ein, die mit wenigen Ausnahmetagen bis in den Winter hinein anhielt. Die ganze Frucht auf den Feldern lagerte fast auf dem Boden und war dem Verfaulen nahe und konnte nur mit großer Mühe, und überreicher Arbeit geborgen werden.

Ähnlich ging es mit der Kartoffelernte. Um Allerheiligen trat plötzlich starkes Frostwetter ein, und da infolge des ständigen Regenwetters die ganzen Runkelrüben noch auf den Feldern standen waren die Schäden die jetzt entstanden unübersehbar. Die ganze Rübenernte erfrohr und faulte hinterher zusehends.

Das große Vorhaben der Gemeinde war die Planung für die Anlegung eines Weges im Hellberg in einer Länge von über 1400 m. Zu diesem Zwecke wurde mit einem Raupenbesitzer aus Altlay Verbindung aufgenommen.

Im Herbst 1956 wurde auch die Straße nach Reidenhausen mit einer neuen Oberfläche überzogen. Leider können wir mit diesen Arbeiten nicht zufrieden sein, da die Straße jetzt beinahe schlechter ist, als vorher.

Bei den im November stattgefundenen Kommunalwahlen gab es in der Gemeindevertretung einige Veränderungen.

Der bisherige Ortsbürgermeister und der I. Beigeordnete wurden wiedergewählt.

Sosberg, im April 1957, Diederichs Aloys

 

Chronikführung 1957

Das Jahr 1957 war astronomisch gesehen von recht wechselhaften großen Witterungs-unterschieden ausgezeichnet. Rechtzeitig im Frühjahr setzte sehr schönes mildes Wetter ein, welche das ganze Wachstum ungewöhnlich früh voran trieb. Dann Anfang Mai trat plötzlich der erste große Rückschlag ein. Schneetreiben und starker Frost vernichteten mit einem Schlage fast alles. So erfrohr die ganze Baumblüte, und die Folge war eine völlige Obstmißernte.

Mitte Juni setzte dann eine fast 2 Monate andauernde Trocken und Hitzeperiode ein, die ungewöhnlich hohe Temperaturen brachte und alles ausdörrte.

Der Herbst glich dann mit normaleren Witterung wieder manches aus.

In der Gemeinde wurde das im Jahre 1956 geplante Vorhaben, den großen Walddistrickt "Hellberg" durch die Anlegung eines Weges zu erschließen, verwirklicht.

Durch den Raupenbesitzer Weber von Altlay wurden diese Arbeiten im Frühjahr 1957 in einer Länge von cirk. 1400 m zur vollen Zufriedenheit ausgeführt. Die Kosten wurden durch das im Wegebett anfallende Holz gedeckt.

Als weitere große Maßnahme führte die Gemeinde im Herbst 1957 mit Hilfe von Mitteln des Grünen Planes die Instandsetzung und Befestigung des Weges nach Forst aus. Ausführende Firma war Schnorpfeil, Mörsdorf.

Ein Ereignis auf kirchlichem Gebiet verdient noch festgehalten zu werden.

Als im Juni 57 unser Hochw. Herr Bischof Matthias zur Firmung in der Pfarrei Mastershausen weilte, besuchte er auch unseren Ort. Es war dieses das erste Mal das ein Bischof bei uns weilte.

Zu diesem Anlaß hatten die Einwohner den Ort festlich geschmückt.

Sosberg, im April 1958, Diederichs Aloys

 

Chronikführung 1958

Das Jahr 1958 war mit seinen höchst unausgeglichenen Witterungsverhaltnissen recht schwer für die Landwirtschaft.     Vor allem waren es die Monate Mai, Juni und August an den es nur ganz wenige Tage gab, wo es nicht regnete.

Somit wurden die ganzen Erntearbeiten sehr erschwert.

Im Jahre 1958 starben hier im Orte eine ganze Reihe alter Leute. Unter ihnen auch der jahrelange frühere Ortsvorsteher und Kirchenvorstand Joh. Jos. Kölzer im Alter von 82 Jahren.

In der Gemeinde wurden im Jahre 1958 mit Mitteln des Grünen Planes und erheblichen Eigenleistungen der Simmerweg in einer Länge von 750 m ausgebaut, und mit einer Teerdecke versehen.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf cirk. 30000 D.M.

Sosberg, den 30. III. 1959, Diederichs Aloys

 

Chronikführung 1959

Das Jahr 1959 war ein ausgesprochenes Trocken u. Dürrejahr. Der Vorsommer war nicht schlecht, so daß es eine gute Heu u. Winterfruchternte gab. Ab Mitte Juli setzte dann eine Hitze und Trockenperiode ein, die abgesehen von einigen Tagen im August bis in den Winter anhielt.

Die gesamte Hackfrucht und Krummeternte war eine ausgesprochene Mißernte.

Die Wasserversorgung machte immer größere Sorgen, und mußte deshalb den ganzen Sommer über rationiert und zugeteilt werden.

Auf Grund der schlechten Futterernte sind die Landwirte in eine große Futternotlage gekommen, und manches Tier wurde notverkauft.

Mitte Oktober gab es eines Abends Feueralarm. Die Scheune des Landwirts Reinhard Lehnert stand in hellen Flammen. Die Feuerwehr welche mit ihrer neuen Motorspritze alsbald zur Stelle war, mußte hauptsächlich das Übergreifen des Feuers auf die unmittelbar dicht angrenzenden Nachbargebäude verhindern, was ihr auch gelang.

Eine halbe Stunde später erschien dann die zur Hilfe gerufene Feuerwehr des Flugplatzes Hahn mit Tank und Schaumlöschspritzen und belegte das ganze Feuer und Nachbargebäude mit Löschschaum und dadurch wurde das Feuer vollendst lokalisiert.

Das Hauptvorhaben der Zivilgemeinde im Jahre 1959 war die Errichtung einer neuen Friedhofsmauer. Diese Arbeiten wurden dem Maurerpolier Josef Angsten von Mittelstrimmig übertragen, und mit einem Gesamtkostenaufwand von cirka 8000 D.M. ausgeführt.

Die Kirchengemeinde führte im Jahre 1959 die Renovierung der Kirche innen und außen durch. Zuerst mußten umfangreiche Fundamentbefestigungen und Mauerverankerungen vorgenommen werden. Gleichzeitig wurde der Glockenstuhl im Turm massiv verankert und befestigt. Nach Fertigstellung dieser Arbeiten erhielt die Kirche einen würdigen Außenstrich. Gleichzeitig wurde eine elektrische Nachtspeicherheizung eingebaut und die Kirche innen ausgemalt.

Im neuen Vorraum der Kirche wurde ein würdiges Ehrenmal für die Gefallenen u. Vermißten beider Weltkriege errichtet. Dasselbe ist in Marmor ausgeführt, und auf einer Bronzeplatte sind die Namen eingraviert. Das ganze ist von der Schmerzensmutter übertront. Jetzt nachdem die ganzen Arbeiten vollendet sind, kann man mit gutem Recht sagen, unser Matthiaskirchlein ist im Inneren sowohl wie Außen ein Schmuckstück und eine Zierde fürs ganze Dorf.

An der Wallfahrt zum hl. Rock, der ja in Trier vom 19. Juli bis 20. Sept. 59 im Dom ausgestellt war, beteiligte sich der ganze Ort in verschiedenen Fahrten 100 %.

Sosberg, den 10. April 1960, Diederichs Aloys

 

Chronikführung 1960

Das Jahr 1960 war das gerade Gegenteil seines Vorgängers 1959 in Bezug der Witterungsverhältnisse.                     Schon der Vorsommer war durch häufige Regenfälle ausgezeichnet. Der Hochsommer u. Herbst war überaus regenreich.

Im August allein verzeichnete man 24 Regentage. Das Getreide auf den Feldern erlitt sehr großen Schaden, wuchs schließlich zum großen Teil aus und war dem Verfaulen nahe. Nur mit großer Mühe konnte es mit großen Verlusten geborgen werden. Und mancher Bauer mußte ein groß Teil seiner Ernte mit einem empfindlichen Verluste verkaufen, da es bei Lagerung restlos verdorben wäre.

Die Hackfrucht war nicht schlecht, wurde aber unter ähnlichen Verhältnissen eingebracht, da das Regenwetter bis in den Winter anhielt. Bauernschicksal!

In der Gemeinde wurden 1960 verschiedene großen Vorhaben geplant und zum Teil auch ausgeführt.

Zuerst wurde der Neubau einer Schule einstimmig beschlossen. Für diesen Zweck war schon bei der Umlegung unterm Dorf am Wege nach Mastershausen ein schöner 23 ar großer Bauplatz für die Gemeinde ausgewiesen worden.

Durch die Behörde wurde eine Fühlungnahme mit der Regierung in die Wege geleitet, zwecks Gewährung eines Landeszuschusses.

Es kam ein Ortstermin der Herren von der Bez.-Regierung Koblenz und den zuständigen Stellen von Amt und Landratsamt hier zustande. Der Plan des Neubaues wurde genehmigt und für 1961 vorgesehen.

Die zweite große Maßnahme der Gemeinde war die Tiefenbohrung nach neuen Wasserquellen. Infolge der monatelangen Trockenheit im Sommer 1959 waren die alten Quellen fast erschöpft und es mußte nach neuen gesucht werden.         Zuerst wurde am Oberwald und dann unterm Buchweg eine Bohrung vorgenommen.

Beide Versuche waren aber nicht zufriedenstellend. Ein dritter Bohrversuch in der Frohnwiese war von Erfolg und ist damit die Versorgung mit Wasser wieder sichergestellt. Allerdings die Finanzierung dieser Angelegenheit wird den Gemeindevätern noch Kopfzerbrechen bereiten, da die Finanzlage der Gemeinde außerst angespannt ist.

Bei den Kommunalwahlen im Herbst 1960 wurde der jahrelange Ortsbürgermeister Herbert Kölzer wieder gewählt. Desgleichen wurde das Kreistags- u. Kreisausschußmitglied Aloys Diederichs wieder in dies Gremium gewählt.

Sosberg, im Mai 1961, Diederichs Aloys

 

Chronik 1961

Das Jahr 1961 war wieder ein ausgesprochen regnerisches Jahr. Nach einem ziemlich schönen und frühen Frühjahr setzte Mitte Mai Regenwetter ein, welches abgesehen von ganz kurzen Perioden bis in den Winter hinein anhielt.

Die Futter und Hackfruchternte war gut, dagegen die Getreideernte infolge starker Lagerung als schlecht zu bezeichnen ist.

In der Gemeinde wurde die im Jahre 1960 ausgeführte Tiefenbohrung ausgebaut.

Der in die Wege geleitete Schulneubau wurde umständehalber um ein Jahr verschoben.

Sosberg im April 1962, Diederichs Aloys

 

Chronikführung 1962

Das Jahr 1962 war für die Bauern ein sehr hartes und ertragsarmes Jahr. Nach einer sehr kargen Heuernte waren nach dem trockenen Sommer auch die Getreide- und Hackfruchterträge sehr mager. Die meiste Winterfrucht war während des schneearmen Winters 1961/62 ausgewintert, so daß viele Felder neu bestellt werden mußten.

Durch die angestiegene Nachfrage lagen die Preise für neues Saatgut sehr hoch. In den ersten Monaten des Jahres 1963 sahen sich darum viele Bauern gezwungen, entweder Heu und Stroh für die hohe Preise zu kaufen oder ihren Viehbestand zu verringern. Beide Möglichkeiten wurden ausgiebig genutzt. Jedoch versuchten einige Bauern aus der näheren Umgebung sich durch unstatthafte Handlungen in ihrer Not selbst zu helfen.

So fuhren die Bauern zur Briedelerheck, um Stroh zu kaufen und gleich hinter dem Mähdrescher aufzuladen. Um morgens auch als erster aufladen zu können, begannen einige auch aus dem hiesigen Dorfe bereits morgens um 4 Uhr ihre Fahrt mit Traktor und zwei angehängten Wagen zur Briedelerheck.

Dort mußten sie noch lange warten, bis die einheimischen Bauern mit der Erntearbeit begannen. Einige Bauern - ihre Namen und die Namen der Dörfer, aus denen sie stammen, blieben unbekannt - hatten es scheinbar eilig; denn sie luden ihre Wagen voll Stroh und fuhren nach Hause, ohne von jemandem gesehen zu werden.

Hier kann man nur sagen: In der Not wird manches geboren, das man im Glück oft nicht zu glauben wagt, Gutes und Schlechtes.

Noch vieles wüßte der Chronist zu berichten, vieles, was die Futterknappheit der Bauern im vergangenen Jahre beweisen könnte. Doch nur noch folgendes kurze Gespräch, erlauscht beim Vorübergehen, möge hier seinen Platz finden, den es wirklich verdient.

Zwei Bauern stehen auf der Straße. Ihre Gesichter sind ernst. Dem einen Bauern scheint sogar die Pfeife nicht mehr zu schmecken. Er sagt: "Heute habe ich das letzte Heu gefüttert". Der andere Bauer sagt: "Und was willst du morgen füttern?"  Er bekommt zur Antwort: "Morgen? - Ja, morgen da füttere ich sonst!"

In den letzten beiden Monaten des Jahres 1962 und in den ersten beiden Monaten des folgenden Jahres ging der strengste Winter seit Jahrzehnten über unser Land hinweg. Die Meteorologen trugen Temperaturen in ihre Statistiken ein, wie sie seit langer Zeit dort nicht mehr verzeichnet waren.

Meterhoher Schnee verwehte die Straßen. Die Schiffe auf Flüssen und Kanälen lagen fest. Die Mosel, der Rhein bei der Lorelay und selbst die Donau waren zugefroren. Die Bundesbahn mußte ihre letzten Güter- und Tankwagen zum Transport der lebenswichtigen Brennstoffe mobilisieren.

Der über 10 Wochen anhaltende und ungewöhnlich starke Frost richtete erhebliche Schäden an Versorgungsleitungen an. So waren viele Hausanschlüsse und Wasserleitungen im Hause zugefroren oder geplatzt.

Das Wintergetreide jedoch hat unter einer dicken, schützenden Schneedecke den langen Winter gut überstanden.         Dieses Jahr konnte endlich mit dem Schulhausneubau begonnen werden. Am 25. Juni wurde der Grundstein gelegt.

An der Feier nahmen der Amtsbürgermeister Hölkermann, der Bürgermeister Kölzer und der Gemeinderat, der Architekt und Bauleiter Binninger aus Briedel, Bauunternehmer Angsten aus Mittelstrimmig, die Schulkinder und ihr Lehrer teil, nicht zuletzt auch noch Pfarrer Spanier.

Amtsbürgermeister Hölkermann wies in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung dieser Stunde hin. Der Neubau der Schule, so betonte er, sei dringend erforderlich geworden. Die alte Schule entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen. Sie wurde 1875 erbaut und ist zum größten Teil in Fachwerk ausgeführt. Der Klassenraum befindet sich im ersten Obergeschoß und reicht für die Aufnahme von zur Zeit 45 Kindern nicht mehr aus. Auch ist die Lehrerdienstwohnung nicht mehr ausreichend.

Da eine Erweiterung der alten Schule nicht möglich ist, entschloß sich die Gemeinde trotz ihrer schlechten Finanzlage zum Schulhausneubau. Nur durch spürbare Zuschüsse von Land und Kreis und durch Aufnahme eines Darlehens ist die Finanzierung gesichert. Die Baukosten sind mit 141000 DM veranschlagt.

Nach Verlesen der Urkunde nahm Pfarrer Spanier die Einsegnung des Grundsteines und der Hülse vor, die die Urkunde und je eine der heute gültigen Münzen aufnahm. Im Keller des Schulgebäudes wurde die Hülse eingemauert. Ein etwas vorstehender Stein mit einem eingemeißelten Kreuz kennzeichnet die Stelle.

Mit einem feierlichen Sprechchor, den die Schulkinder vortrugen, schloß die eindrucksvolle Feier. Am 1. September konnte der Richtstrauß auf den Rohbau der neuen Schule gesetzt werden.

Die neue Schule wird eine einklassige Schule. Der Klassenraum ist 63 qm groß. Neben dem Klassenraum befindet sich ein Gruppenraum (19,5 qm) und ein Lehrmittelzimmer. Die Pausenhalle (63 qm) ist auch als Gymnastikhalle vorgesehen.

Die Dienstwohnung ist eineinhalbstöckig und umfaßt 5 Zimmer mit Küche und Bad. Auch an eine Garage wurde gedacht. In einem Zwischenbau, der Schule und Wohnung verbindet, werden Toiletten und Waschräume untergebracht. Die neue Schule liegt ab vom Verkehr und gewährt eine herrliche Aussicht.

Der Plan, noch in diesem Jahre in die neue Schule einzuziehen, konnte nicht verwirklicht werden. Verzögerungen und der Mitte November hereinbrechende Winter waren die Gründe.

Folgende Arbeiten sind ausgeführt:

das Dach ist gedeckt; die elektrischen Leitungen sind gelegt; die Wasserleitungsrohre sind gelegt; die Fenster sind eingesetzt und verglast; der Innenputz im Schulgebäude ist durchgeführt;  die Zentralheizung im Schulgebäude ist eingebaut.

Die gesamte Dorfgemeinschaft, vor allem die Schulkinder und ihr Lehrer warten mit Ungeduld auf den Tag des Einzuges in die neue Schule.

Sosberg, im Juni 1963, Mies, Lehrer

 

Chronikführung 1963

Das Jahr 1963 bedeutete für die Bauern nach dem ungünstigen Jahr 1962 wieder eine Ermunterung. Nach dem sehr strengen und langen Winter waren Frühjahr und Sommer für die Feldfrüchte sehr günstig, so daß im allgemeinen gute Erträge erzielt wurden. Nur während der Getreideernte setzte eine Regenperiode ein, die von schwülem Wetter begleitet war, so daß vor allem der Sommerweizen sogar auf dem Halm auswuchs.

Die Bauern hatten zum Teil auch zu lange mit der Ernte gezögert, weil sie auf einen Mähdrescher warteten. Am 10. 9. 1963 wurde hier in Sosberg das letzte Getreide mit dem Mähdrescher abgeerntet. Viel Stroh lag jedoch zum Trocknen auf den Feldern.

Bei den Erntearbeiten wurden nur in den wenigsten Fällen noch Mähbinder und Mähmaschinen eingesetzt; auch die früher üblichen "Kasten" auf den abgeernteten Stoppelfeldern waren kaum mehr anzutreffen. Der allergrößte Teil der Hunsrücker Landwirtschaft hat von dem arbeit-, zeit- und kraftsparenden Einsatz von Mähdreschern Gebrauch gemacht. Innerhalb weniger Jahre, eines knappen halben Jahrzehnts, hat sich damit auch auf dem Hunsrück das Bild der Getreideernte grundlegend verändert.

Plötzlich und unerwartet verschied am 2. März 1963 Herr Alois Diederichs, ein Bürger der hiesigen Gemeinde. Diederichs war Inhaber der Freiherr-vom-Stein-Plakette und der goldenen Kammerplakette. Herr Diederichs war von 1924 bis 1933 und von 1945 bis 1956 Mitglied der Gemeindevertretung und von 1945 bis 1960 Erster Beigeordneter der Gemeinde Sosberg. Außerdem war er Mitglied des Kreistages und Kreisausschusses.

Während seiner jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeit im kommunalen Bereich wie in der Vertretungskörperschaften des Bauernstandes hat er sich große Verdienste erworben. Mit hohem Pflichtbewußtsein hat er in echt christlicher Lebensauffassung seine ganze Kraft in den Dienst der Gemeinde, des Kreises und des Bauernstandes gestellt.                Die ganze Gemeinde Sosberg wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren!

Das Sterbeamt und die anschließende Beerdigung waren am 6. März. Viele Trauergäste aus Nah und Fern trugen mit den Sosberger Bürgern Herrn Alois Diederichs zu Grabe. Als Trauergäste, von denen einige auch Grabreden hielten, waren erschienen: Landrat Keller, Schulrat Graben, Amtsbürgermeister Hölkermann, Landtagsabgeordneter Steffen aus Mastershausen, Vertreter des Bauernvereins aus Koblenz, Vertreter des Vorstandes der Kreissparkasse Zell u. v. a.

Am 31. März dieses Jahres fanden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz statt. Dies ist für den Chronisten ein Anlaß, einmal das Wahlergebnis von Sosberg dem Landesdurchschnitt (in Klammern) gegenüberzustellen.

Wahlberechtigt waren 157 Personen. 117 Stimmen wurden abgegeben, von denen 3 Stimmen ungültig waren. Die Wahlbeteiligung ist mit 74,5 % unter dem Landesdurchschnitt mit 75,5 % geblieben.

Die CDU erhielt 88,6 % (44,4 %) der Stimmen, die SPD 11,4 % (40,7 %). Die FDP erhielt keine Stimme (10,1 %).

Die Sitzverteilung im Landtag:

........................1963...............................................................1959

CDU = ............46 Sitze,.........................................................52 Sitze.

SPD =.............43 Sitze,.........................................................37 Sitze.

FDP =............. 11 Sitze,.........................................................10 Sitze.

DRP =...............0 Sitze,...........................................................1 Sitz.

Damit hat die CDU die absolute Mehrheit im Parlament verloren. Diese Tatsache wird in den kommenden Jahren vor allem in der Kulturpolitik, insbesondere der Schulpolitik, grundlegende Veränderungen mitsichbringen.

Dieses Jahr war nach einem schönen Sommer vor allem der Herbst sehr mild. Das Wetteramt Trier hat in diesem Jahr für Rheinland-Pfalz und das Saarland den wärmsten November seit 1880 registriert. Die im November 1963 errechnete Durchschnittstemperatur von 9,3 Grad lag um drei Grad über dem langjährigen Mittel. Der in Trier gemessene November-Höchstwert von 20,2 Grad ist noch in keinem anderen Jahr erreicht worden.

Neben den Arbeiten an der neuen Schule, die sich über das ganze Jahr auf Grund verschiedener Verzögerungen (über das Jahr) erstreckten, wurden auch noch zwei Straßenbauprogramme durchgeführt. Die Straße nach Forst wurde mit einem Kostenaufwand von 11000 DM asphaltiert. Die Nebenstraße im Dorf zur neuen Schule wurde kanalisiert und ebenfalls asphaltiert. Für diese Arbeiten wurden 40000 DM ausgegeben.

Am 1. Januar 1964 wurden die neue Straße nach Forst und die Straße nach Reidenhausen, die die Gemeinde Sosberg instand halten mußte, zu Kreisstraßen erklärt. Damit wurde die Gemeinde von einer oft sehr spürbaren finanziellen Verpflichtung entlassen.

Am Mittwoch, dem 18. Dezember 1963 wurde endlich die neue Volksschule eingeweiht.

Hier das Programm der Einweihungsfeier:

                                        I. 9.15 Uhr: Gottesdienst; anschließend Prozession zur neuen Schule.

                                        II. 10 Uhr: Festakt in der neuen Schule

          1. Schlüsselübergabe
          2. Einsegnung der Schule
          3. Gedicht
          4. Begrüßung
          5. Sprechchor der Kinder: "Wir sind die Schule"
          6. Lied: "Wer nur den lieben, langen Tag ..."
          7. Ansprache der Gäste
          8. Lied: "Und wenn das Glöcklein 5mal schlägt , ..."
          9. Schlußwort
          10. Deutschlandlied (dritte Strophe)

III. Gemütliches Beisammensein im Gasthaus Lehnert

Nach diesem Programm verlief die Feier harmonisch und zu aller Zufriedenheit.

Der Einweihung ging ein Gottesdienst voraus. Dann begab sich die Gemeinde in einer Prozession zum Schulhaus, wo der Architekt Binninger dem Bürgermeister Herbert Kölzer die Schlüssel übergab und zugleich seinen und der Handwerker Dank aussprach.

Dann sprach Pastor Spanier die Weihegebete und segnete das Schulkreuz und die Räume. Amtsbürgermeister Hölkermann, Blankenrath, konnte eine Reihe von Ehrengästen begrüßen: den Regierungspräsident Dr. Walter Schmitt, Koblenz, Landrat Keller, Pastor Spanier, Landtagsabgeordneten Steffen, Schulrat Graben und Baurat Ewert. Ferner begrüßte der Amtsbürgermeister die ganze Gemeinde, an ihrer Spitze die Gemeindevertretung, sowie die Schulkinder.

Endlich sei der Tag gekommen, auf den man so lange gewartet habe und den vor allem die Kinder herbeigesehnt hätten. Auf schlichte Weise solle eine Feier stattfinden. Es sei eine besondere Ehre für den kleinen Ort, daß der Regierungspräsident der Einladung gefolgt sei. Für die Gemeinde sei es nicht einfach gewesen, den Bau zu errichten. Sowohl der Regierungspräsident als auch der Landrat hätten eine spürbare finanzielle Hilfe ermöglicht. Der Amtsbürgermeister schloß seine Ansprache mit dem Wunsch, daß Gottes Segen auf dem Hause ruhen möge und daß von dieser Schule der rechte Geist in die Gemeinde ausstrahle.

Regierungspräsident Dr. Schmitt gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er bei der Einweihung einer Schule in einer kleinen Gemeinde dabeisein könne. In einer solchen Schule wie die alte Schule hier in Sosberg habe er auch einmal gesessen. Die neue Schule sei eine ausgesprochene Gemeinschaftsleistung einer Gemeinde, und aus diesem Grunde seien auch Zuschüsse vom Land und vom Kreis gewährt worden. Es sei ein modernes Schulhaus. Das sei richtig. Man baue heute auch nicht mehr Privathäuser, ja selbst Kirchen wie vor 70 Jahren. Es gelte, aus dem Geist der Zeit die Bauten zu gestalten. Er bat die Kinder, die Schule hüten, wie man ein neues Kleid behandele. Sie sollten immer daran denken, welche Opfer die Eltern brachten.

Landrat Keller sagte, er freue sich, daß der Landkreis Zell habe mithelfen dürfen, das Haus zu errichten. Die Mithilfe sei Auswirkung einer echten Ausgleichsfunktion des Landkreises gewesen. Der Landkreis sei ja nicht eine imaginäre Größe, die für sich allein bestehe, sondern er tue in Wirklichkeit alles nur für die Gemeinden und damit für das Wohl sämtlicher Kreisbewohner. Diese Ausgleichsfunktion komme besonders finanzschwachen Gemeinden, wie zum Beispiel Sosberg, zugute, und zwar durch finanzielle Zuwendungen. Für diese Zwecke brauche der Kreis die Kreisumlage. Wie in einer Familie müsse der Ältere und Stärkere dem Schwächeren helfen, es sei ein ständiges Geben und Nehmen.

Landrat Keller hoffte und wünschte, daß all Mühe und alles Geld , das für diese Dorfschule verwandt wurde, sich dadurch wieder bezahlt mache, daß die Kinder, die hier erzogen werden, hineinwachsen in eine größere Gemeinschaft und auch den Blick für die Weite gewinnen.

MdL Steffen rief die Erinnerung wach an den Sosberger Kommunalpolitiker Alois Diederichs, der leider vor der Vollendung der Schule sterbe mußte. Der Bau der Schule sei stets sein Herzenswunsch gewesen. Immer habe der Verstorbene auf dem Standpunkt gestanden, daß Kirche und Schule das Kulturgut eines Dorfes seien. Der Abgeordnete vertrat den Standpunkt, daß die Erziehung der jungen Menschen noch wichtiger sei als die Vermittlung von Wissen. Wenn die Kinder aus dem Elternhaus kommen, sollten sie in erster Linie zu charaktervollen Menschen erzogen werden.

Schulrat Graben dankte dem Regierungspräsidenten herzlich für sein Erscheinen. Dann wandte er sich an die Kinder, die sich wohl fühlen sollten in einer solchen lichtdurchfluteten Schule. Vielleicht werde dieses Sichwohlfühlen einmal dazu Anlaß geben, daß sich ein Schüler dazu entschließe, Lehrer und Erzieher zu werden.

Lehrer Mies sprach den Dank der Gemeinde für alle guten Wünsche aus. Er versprach, alle seine Kräfte dafür einzusetzen, daß das viele Geld, das angelegt wurde, reichlich Zinsen bringen wird, daß Kinder mit hellem, wachem und in die Weite gerichteten Sinn die Schule verlassen, reif und gewappnet fürs weitere Leben.

Lehrer Mies hatte ein schönes Programm für die Umrahmung der Feierstunde mit den Kindern eingeübt:

Gedichtvorträge, Lieder und ein Schulspiel, dessen Kernsätze lauteten:

1)     Lehrer und Schüler, das gilt sich gleich.

        Wir haben alle ein Amt dahier:

        Lehrer und Schüler: die Schule sind wir!

2)     Die Schule ist außen, der Kern sind wir!

3)     Das wissen wir hier, das fühlen wir hier:

        die Saat wirft die Schule, die Ernte sind wir!

4)     Die Schule schafft Rüstzeug,

        die Kämpfer sind wir!

Nach der Feier waren die Gäste und die Handwerker eingeladen in die Gastwirtschaft.

Am Abend feierten die Bewohner des Dorfes in der Gastwirtschaft. Von den Handwerkern spendete Herr Bauunternehmer Angsten der Volksschule eine herrliche Landkarte im Werte von 100,-- DM.

Es ist zu hoffen, daß bald auch noch der Rasen, der Vorgarten und der Schulgarten angelegt werden.

Sosberg, im April 1964, gez. Kölzer, Bürgermeister

 

Chronikführung 1964

Die gärtnerischen Anlagen rund um das Schulgebäude wurden im späten Frühjahr dieses Jahres geschaffen. Sie wurden sparsamer ausgeführt, als zuerst geplant war, weil die hiesige Schule im Zuge der Volksschuloberstufenreform in einigen Jahren ganz aufgelöst werden wird.

Das 7. u. 8. Schuljahr werden demnach in einer Mittelpunktschule (= "Hauptschule") zusammengefaßt. Die Zahl der noch verbleibenden Schüler darf nicht auf eine Zeit von 5 Jahren unter die Meßzahl 28 sinken.                                     Verbleiben weniger als 28 Schüler in der Stammschule, so kann die Schule laut Gesetz auch gegen den Elternwillen aufgelöst werden.

Gemeindevertretung und Schulausschuß mußten zu diesen Tatsachen Stellung nehmen. Sie waren für die Zusammenfassung des 7., 8. und des noch einzurichtenden 9. Schuljahres in einer Mittelpunktschule, äußerten aber einstimmig den Wunsch, die hiesige Schule nicht aufzulösen, auch wenn die Schülerzahl auf längere Zeit unter 28 sinken werde. Die ganze Gemeinde hofft, daß die Schule dem Dorfe erhalten bleiben möge.

Zwei Nebenstraßen im Dorf wurden dieses Jahr kanalisiert und geteert.

Zwei neue Häuser wurden gebaut und bezogen:

Familie Zilles und Fam. Straus. Das alte Haus der Fam. Zilles wurde abgerissen.

Neben der neuen Schule eröffnete Egon Hölzer von hier eine Schlosserei. Zur Zeit arbeiten dort 2 Hilfsarbeiter aus Sosberg, 3 Lehrjungen aus Sosberg und 1 Lehrjunge aus Mastershausen.

Am 25. Oktober fanden Kommunalwahlen in der neuen Schule statt. Wahlberechtigt waren 147 Bürger, von den nur 112 ihre Stimme abgaben. Von den 111 gültigen Stimmen für den Kreistag entfielen 97 auf die CDU und 14 auf die SPD. In der Amtsvertretung erhielt die CDU 96 Stimmen und die SPD 16 der 112 gültigen Stimmen.

In den Gemeinderat wurden gewählt: Kölzer, Herbert (67 Stimmen); Kölzer, Franz (56); Pies, Peter (56);  Schmitz, Egon (53) – (Korrektur – streiche Egon Schmitz: setze Franz-Josef Lehnert, geändert am 8.7.2001!); Lehnert, Peter (47); Hoffmann, Peter (42).

Zum Ortsbürgermeister wurde Kölzer, Herbert wiedergewählt.

Sosberg, im Mai 65, gez. Kölzer, Bürgermeister

 

Chronikführung für die Jahre 1965 – 1973

Nachdem der Chronikschreiber im März 1974 in den Gemeinderat gewählt, und dann zum neuen Ortsbürgermeister der Gemeinde gewählt wurde (auf die Wahl werde ich im Jahre 1974 zurückkommen), nahm der Schreiber sich auch der Ortschronik an, als der Lehrer, der nach Auflösung der Schule Sosberg, schon seit einiger Zeit in Strimmig Dienst tat und nach Koblenz verzog.

Dem Chronikschreiber ist es nicht mehr möglich, Angaben mit Daten zu versehen, soweit vom Lehrer Mies Stichwörter mit Datum versehen wurden, werde ich diese selbstverständlich der Chronik einfügen. Soweit der Schreiber das Geschehen noch rekonstruieren kann, wird er dieses niederschreiben.

Für das Jahr 1964 sei ein Bericht der Rhein-Zeitung nachzutragen, der die Überschrift "Hohe Belastungen einer kleinen Gemeinde" trägt. Der Rat verabschiedete den Haushaltsplan 1964.

Der ordentliche Haushaltsplan schließt in der Einnahme und Ausgabe mit 69.260 DM ab, der außerordentliche Haushalt mit 46.739 DM. Allein für den Schuletat wurden 10.650 DM eingesetzt. Für unaufschiebbare Straßenarbeiten wurde ein Darlehen von 25.000 aufgenommen.

Außerdem wurden Mittel zur Anschaffung eines Bullen bereitgestellt.

Im Jahre 1965 ist ein bedeutendes Ereignis wert festgehalten zu werden.

An der Straße nach Reidenhausen auf halbem Weg zum Tonhügel stand eine große Buche. Ein Sturm in der Nacht vom 16. zum 17. 6. 1965 warf diesen Baum um.

Die folgenden Maße wurden vom Lehrer Mies festgehalten:

Umfang des Baumstammes...........................4,20 m

Durchmesser des Baumstammes....................1,34 m

Umfang der Baumkrone..............................48,67 m

Durchmesser der Baumkrone......................15,50 m

Höhe des Baumes........................................17,90 m

Damit war Sosberg um ein Wahrzeichen ärmer.

 

Im Jahre 1966 besuchte der Landrat Dr. Reisch die Hunsrück-Dörfer. So auch das unsere, welches aus einem Bericht der Rhein-Zeitung vom 11. November 1966 hervorgeht.

Überschrift des Berichtes: "Sosberg - arm, doch dankbar".

Es heißt: Sosberg gehört zu den ganz armen Gemeinden im Kreis Zell, und groß sind seine Sorgen. Bürgermeister Kölzer dankte dem Landrat für den Zuschuß, der den Bau der Straßenbeleuchtung ermöglichte. Seit der Umlegung 1949 wurden erst 600 m Feldweg ausgebaut.

Sosberg erhofft für das Jahr 1967 Mittel aus dem Grünen Plan.

Im Ort leben noch 15 Betriebe von der Landwirtschaft. Vor drei Jahren wurde mit großen finanziellen Opfern die neue Schule gebaut. Nun wird die Volksschulreform dafür sorgen, daß die Schule leerstehen wird. Außerdem soll schon für den neuen Schulverband wieder gezahlt werden.

Die Gemeinde ist, wie dem Bericht zu entnehmen, mit 80000,-- DM verschuldet, das sind mehr als 20 % der Deckungsmittel. Zweimal erhält Sosberg Bedarfszuweisungen. Soweit der Bericht.

Ein Bericht der Rhein-Zeitung aus dem Jahre 1967 ist zu entnehmen: "Weiterer Ausbau der Kreisstraße 4".

Der Kreisausschuß des Kreises Zell beschäftigte sich mit dem Ausbau des zweiten Bauabschnittes. Teilstrecke Forst-Forster Buche. Dieser Abschnitt wurde seinerzeit zurückgestellt.

Dabei wurde der erste Bauabschnitt (Landstr. 202 - Reidenhausen - Sosberg) und der zweite (Landstr. 202 - Forst; Kurvenbegradigungen zwischen Forst und Sosberg) zu einem Ausbauprogramm mit einem Kostenanschlag von 1.147.000,-- DM zusammengefaßt. Das Bauvorhaben mußte bis zum 15. Oktober dieses Jahres durchgeführt sein, da es eine durch den Bund geförderte Maßnahme war.

Inzwischen wurde die Arbeit an eine Simmerner Firma vergeben, zu einem Angebotspreis von 721.000,-- DM.

Aus dem Jahre 1968 liegen der Chronik keine Aufzeichnungen bei. Große Ereignisse sind auch sicher nicht dagewesen.

Es ist jedoch festzuhalten, daß eine Reihe neuer Häuser gebaut wurden:

Lehnert, Franz-Josef......................................Weis, Hermann

Hölzer, Egon..................................................Dahm-Bonni

Lang, Heinrich...............................................Nicolay, Horst

Dietrichs, Walter

Der große Bedarf an Arbeitskräfte zog immer mehr Sosberger in die auswärtigen Städte, so pendelten eine ganze Anzahl montags aus und freitags wieder heim. Immer mehr gaben die Landwirtschaft auf, und lebten allein vom Entgeld Ihrer Arbeit.

Im Jahre 1969 stand ein großes Ereignis an. Die Wahlen zum deutschen Bundestag, Kreistagswahlen, Verbandsgemeindevertretung (Blankenrath) sowie Gemeinderatswahlen.

Es wurden zum Bundestag abgegeben von 136 Wahlberechtigten 113 Stimmen, davon auf die

CDU 104....................SPD 5........................ NPD 3........................ ungültig 1.

Zum Kreistag und zur Verbandsgemeinde liegen keine Aufzeichnungen vor.

Dafür aber zur Gemeindevertretung, den Stimmen nach wurde gewählt:

Franz Kölzer...............53...............................Peter Pies....................52

Herbert Kölzer............44...............................Franz Petry.................37

Edmund Schmitz.........34................................Spengler, Peter...........29

Peter Hoffmann..........29.

Es müssen wohl 2 Kandidaten zurückgetreten sein, Gründe sind dem Chronisten nicht bekannt. Der neue Gemeinderat setzte sich wie folgt zusammen:

Kölzer, Herbert.......................Pies, Peter..................Kölzer, Franz

Schmitz, Edmund.....................Spengler, Peter...........Zilles, Adolf

Lehnert, Ernst.

Zum neuen Bürgermeister wurde Herbert Kölzer wiedergewählt.

Es muß noch festgehalten werden, daß in diesem Jahre in unserer Gemeinde ein Schützenverein gegründet wurde.         Als Vorsitzender wurde Horst Nicolay gewählt. Im selben Jahr wurde ein erstes Schützenfest gehalten, das recht gut besucht war.

Im Jahre 1970, das wohl eine entscheidende Wende in der Kommunalpolitik mit sich brachte, wurde die Verbandsgemeinde Blankenrath aufgelöst. Ein Beschluß der Gemeindevertretung ermöglichte die Zuordnung zur Verbandsgemeinde Zell/Mosel. Ob es die Optimal-Lösung für unsere Gemeinde war, wird vom Chronist bezweifelt.

Als größere Baumaßnahme wurden in diesem Jahr Wasserzähler eingebaut. Die Gebühr für 1 qbm Wasser wurden auf 0,60 DM festgelegt.

Es war auch sicher das letzte Jahr, das ein Gemeindestier vorhanden war, da der Rat sich mit dem Verkauf des Gebäudes befaßt hatte.

Nachzutragen wäre noch, daß am 18. November 1970 das Wirtschaftsgebäude des Aussiedlers Peter Spengler ein Raub der Flammen wurde.

Der Freiwilligen Feuerwehr Sosberg, die bald an der Brandstelle war, ist es zu danken, daß das Wohnhaus nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nach kurzer Zeit war dann auch die Feuerwehr vom Flugplatz Hahn anwesend, die dann das Feuer mit Schaum eingedeckt hat.

 

Das Jahr 1971 brachte der Gemeinde ein Ortswappen, welches wie folgt beschrieben wird:

Der Wappenschild ist zweimal gespalten,

vorne:...............rotes Kreuz............................Kurfürsten von Trier

........................silbernes Posthorn..................Herren von Braunshorn als Besitzer von Beilstein

Mittelfeld:.........silberne Hellebarde:.................Kirchenpatron Matthias

........................grüner Grund:..........................Landwirtschaftliche Struktur von Sosberg

hinten:..............silbern-rotes Schach:................Hintere Grafschaft Sponheim (Kastellaun)

(Siegel von Sosberg)

 

Das Jahr    1972    brachte gleich zu Anfang ein trauriges Ereignis für die kath. Gemeinde.

Am 17. März 1972 verstarb Dr. Pater Theodor Mols, der so lange seine Arbeit im Dienst der Kirche getan und dessen Stolz die Sosberger Kirche war.

Mit diesem Mann verliert die Gemeinde einen immer hilfsbereiten Geistlichen, der manches Ehepaar in der Gemeinde getraut und eine große Reihe Bewohner die letzten Sakramente gespendet hat.

Von nun an nahm unser Herr Pastor Spanier aus Mastershausen die Filialkirche wieder in seine Obhut. Zum Messe lesen wird er mit dem Auto geholt und wieder fortgebracht. Welches so eingerichtet wurde, das jeder Haushalt, der ein Auto hat, reih um am Holen ist.

Es ist noch ein Sitzungsprotokoll des Gemeinderates festzuhalten. Der Rat fand am 28. 7. 72 zu einer Sitzung zusammen und verabschiedete folgenden Beschluß:

Punkt 1 der Tagesordnung: Auflösung der Volksschule Sosberg

Der Gemeinderat sowie der Elternbeirat der Gemeinde sind sich in der heutigen Sitzung darüber nach reiflicher Überlegung einstimmig einig geworden, die Kinder der Klassen

1 - 8 (das 9. Schuljahr war schon einige Jahre in Blankenrath eingeschult) in die Schule nach Blankenrath einschulen.

Die Einschulung der Klassen 1 - 4 nach Strimmig wird abgelehnt. Wenn dies nicht möglich sein sollte, soll die einklassige Schule in Sosberg bis zur Vollendung der Hauptschule in Blankenrath erhalten bleiben.

Das Jahr 1973 brachte eine entscheidende Wende im Kulturleben der Gemeinde. Die Volksschule Sosberg, die erst im Jahre 1963 fertiggestellt, wurde zum 1. August dieses Jahres aufgelöst.

Nach den Vorstellungen des Kreisschulamtes sollen die Kinder der Klassenstufen 1 - 4 in die Volksschule Mittelstrimmig und die der Klassenstufen 5 - 8 nach Blankenrath eingeschult werden.

Es wurde jedoch von Eltern und Gemeinderat der Wunsch geäußert, alle Kinder nach Blankenrath einzuschulen, was jedoch nach Aussage von Rektor Geisen (Blankenrath) nicht möglich war, weil die Aufnahmekapazität erschöpft sei. Der Chronikschreiber und auch Eltern und Gemeinderat waren anderer Meinung. Einstimmig wurde gefordert die Kinder der Klassenstufen 1 - 4 nach Blankenrath einzuschulen.

Diese Entscheidung wurde auch von 10 Elternteile, die bei der Sitzung anwesend waren, einstimmig gebilligt.

Obwohl es zum Wohl der Kinder, denen in größeren Schulen ein besseres Wissen vermittelt werden kann, bedauerlich ist es jedoch, keine Kinder in der neuen Schule mehr unterrichten zu können.

In diesem Jahr wurden noch drei weitere Straßenleuchten im Ort angebracht.

Herr Horst-Dieter Bonni wurde zum neuen Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Sosberg vereidigt.

Es wäre noch nachzutragen, das der Eingangs der Chronik gepflanzte (1865) Kastanienbaum gefällt wurde. Der Baum hatte solche Ausmaße angenommen, das er das Kirchen- und das Dach der alten Schule arg beschädigte.

Soweit der Nachtrag der Chronik, die in den letzten 10 Jahren vernachlässigt wurde. Warum der vorige Schreiber (Lehrer Mies) dieses so wichtige Nachschlagwerk nicht auf dem laufenden gehalten hat, ist dem jetzigen Schreiber, Ortsbürgermeister Hölzer, nicht bekannt.

Der Nachtrag wurde von mir rekonstruiert und von meiner Tochter Regina ins Reine geschrieben. Ab dem Jahre 1974 werde ich das Schreiben der Chronik meiner Tochter überlassen.

Sosberg, Ostern 1975, Regina Hölzer

 

Chronikführung für das Jahr 1974

In diesem Jahr stand ein bedeutendes Ereignis vor der Tür. Die Wahlen zum Gemeinderat. Der große Teil des Ortes war der Meinung, es müßte etwas passieren, damit unser Ort nicht den gesamten Anschluß verliert. So ging es zu den Wahlen, die am 17. März 1974 stattfanden. Der Ort wurde am Sonntag vor der Wahl in Aufregung versetzt,                 als 2 Jugendliche eine Wahlempfehlung austrugen.

Es war eine sehr lebhafte Wahlbeteiligung. Nach Auszählung der Stimmen, die folgendes Ergebnis brachte, wurde im großen und ganzen der Wahlvorschlag akzeptiert.

Es folgen die Ergebnisse der Wahl:

Ernst Lehnert..............96 Stimmen................Horst Nicolay.............78 Stimmen

Werner Hirt................71 Stimmen................Egon Hölzer...............67 Stimmen

Josef Haberkamp........65 Stimmen................H. - D. Bonni.............65 Stimmen

Fr.-J. Lehnert..............62 Stimmen................Gerhard Kölzer..........40 Stimmen

In der Sitzung des Gemeinderates v. 5. 4. 1974 unter Vorsitz von Bürgermeister Hölzer wurde der neue Gemeinderat durch Handschlag verpflichtet. Zuvor wurde durch Losentscheid zwischen Josef Haberkamp und H.-D. Bonni das fünfte Ratsmitglied festgestellt. Das Los ermittelte Josef Haberkamp als fünftes Mitglied.

Für das Amt des Ortsbürgermeisters wurden folgende Kandidaten vorgeschlagen:

Lehnert, Ernst.............Haberkamp, Josef..................Hölzer, Egon

Die geheim mittels Stimmzettel durchgeführte Wahl brachte folgendes Ergebnis:

abgegebene Stimmen.............5

es entfielen auf

Haberkamp, J.......................2

Hölzer, Egon........................3

Horst Nikolay wurde mit 4 Stimmen und 1 Enthaltung zum 1. Beigeordneten gewählt.

Im gesamten Verbandsgemeindegebiet gab es, außer Sosberg, keine Veränderungen an der Führungsspitze.

In einem Artikel zur Wahl in der Rhein-Zeitung v. 3. Mai 1974 lautete die Überschrift:

"23 Gemeinden bestätigten bisherigen Bürgermeister, nur in Sosberg trat eine Veränderung ein."

Am 7. Mai 1974 schreibt die Rhein-Zeitung:

"Für Kanalisationplanung 10.000 DM im Etat 1974." Gemeinderat stellt Weichen für seine Arbeit.

Der Rat der Gemeinde faßte Beschluß über den Bau einer Kläranlage sowie den Bau der Kanalisation, da ein großer Teil der Ortsstraße in einem schlechten Zustand ist und noch nicht kanalisiert sind.

Nach der Wahl fiel das alte Schulgebäude, erbaut im Jahre 1875 der Spitzhacke zum Opfer.

Als eine Maßnahme des neuen Gemeinderates wurde die Fertigstellung des Hauptweges und einer Grünanlage mit zwei Bänken auf dem Friedhof beschlossen, und auch ausgeführt.

Die Wegebefestigung wurde von der Firma Edm. Platten und die gärtnerische Anlage von der Firma Ambeck aus Cochem ausgeführt. Kosten für die Wegebefestigung 2.536,-- DM für den gärtnerischen Teil 1.242,01. Die Bänke wurden von den Gemeinderatsmitgliedern Ernst Lehnert und Egon Hölzer kostenlos gefertigt, das Material wurde von der Gemeinde gestellt.

Der Sosberger Jugend wurde auf Antrag das alte Backhaus als Jugendzentrum überlassen. Mit viel Eifer und Mühe wurde der stark vernachlässigte Saal wieder in Ordnung gebracht. Außerdem wurde das am Backhaus angebaute Feuerwehrhaus, durch Eigenleistung, mit einer neuen Decke versehen und neu verputzt.

Am 4. Adventsonntag lud die Sosberger Jugend zum 1. Altentag ein, der gut besucht wurde. Die älteste Teilnehmerin, Frau Elisabeth Hoffmann, war 90 Jahre alt.

Das Jahr war im gesamten gesehen recht gut, jedoch ging der große Bum auf dem Arbeitsmarkt verloren, und es gab schon einige Arbeitslose.

Der Herbst war verregnet, so das viele Felder auf denen Wasser gestanden hatte, nicht bebaut werden konnten.

Sosberg, Ostern 1975, Regina Hölzer

 

Chronikführung 1975

Im Januar dieses Jahres konnte den Schulkindern und Reisenden eine Wartehalle zum Schutz gegen Unwetter übergeben werden. Die Kosten der Wartehalle aus Holz einschließlich der Befestigung des Vorhofes betrugen fast 9000,-- DM. Außerdem wurden 3 weitere Straßenlampen im Werte von 4000,-- DM angeschafft.

Am 9. März stand eine Landtagswahl an. Laut Wählerliste waren in Sosberg 155 Personen wahlberechtigt. 7 Personen haben von der Briefwahl Gebrauch gemacht.

Abgegebene Stimmen......................................130

Davon.............CDU........................................122

SPD....................................................................7

FDP....................................................................1

Ungültig.....................keine

Zur Zeit der Wahl hatte Sosberg eine Einheit der Bundeswehr im Manöver. Es war ein Fernmelde-Bataillon aus Mannheim. Eingerichtet war ein Bataillonsgefechtsstand, der von hohen Offizieren (Oberstleutnant) geleitet wurde. Am Tage landeten Hubschrauber hinter der ehemaligen Schule.

Der Winter schien um zu sein. Er war sehr milde und es regnete noch immer. Am Frühlingsanfang jedoch fiel Schnee. Um Ostern war es noch ziemlich kalt und Mitte April hörte es auf zu schneien.

Am 2. Mai 1975 verabschiedete der Gemeinderat unter Vorsitz von Ortsbürgermeister Hölzer einstimmig die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan für das Jahr 1975. Das Haushaltssoll wurde im Verwaltungsetat in der Einnahme und Ausgabe auf je 145710,-- DM festgesetzt.

Die Steuerhebesätze bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Sie betragen bei den Grundsteuern A und B je 300 Prozent und bei der Gewerbesteuer nach Ertrag und Kapital 320 Prozent. Nach dem Vortrag der einzelnen Ansätze des Planes durch Bürgermeister Eckhard Huwer wurdem im Vermögenshaushalt 30000,-- DM für den Bau einer Leichenhalle, 58900,-- DM für den Ausbau von Straßen, 2000,-- DM für die Anlegung eines Kinderspiel-platzes und 11850,-- DM als Baukostenumlage für die Hauptschule in Blankenrath bereitgestellt.

Die Finanzierung dieses für die kleinere Gemeinde doch relativ großen Aufgabenkatalogs wurde durch den Erlös aus dem Verkauf des ehemaligen Flüchtlingswohnhauses (55000,--DM) und die Zuführung vom Verwaltungshaushalt          (52650,-- DM) möglich.

Im Verwaltungshaushalt stellen die vom Land gewährten Schlüsselzuweisungen mit rund  25000,-- DM sowie der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer mit 19700,-- DM die wichtigsten Einnahmen dar. Auch aus dem Wald verbleibt der Gemeinde im Jahre 1975 wahrscheinlich ein Überschuß von etwa 10000,-- DM. Außerdem wirkt sich positiv aus, daß in der Einnahme ein Soll Überschuß aus dem Jahre 1973 in Höhe von 29000,-- DM veranschlagt werden konnte.

Auf der Ausgabenseite des Verwaltungshaushaltes fallen vor allem die an den Landkreis und die Verbandsgemeinde zu zahlenden Umlagen ins Gewicht, die in diesem Jahr insgesamt 30770,-- DM ausmachen werden.

Die erste Bürgerversammlung fand Anfang Mai dieses Jahres statt. Der Ortsbürgermeister konnte den Bürgermeister Eckhard Huwer und Ingenieur Nottmeier von der Verbandsgemeinde Zell sowie den Leiter des Kreistiefbauamtes bei der Kreisverwaltung Cochem-Zell und Amtsrat Thomas begrüßen.

Im Mittelpunkt stand die Wasserversorgung und die Kanalisation. Ingenieur Nottmeier führte aus, daß die Schaffung eines Verbundsystems geplant sei, bei dem die vorhandenen Wasservor-kommen sinnvoll genutzt werden könnten, so daß der Anschluß an ein überörtliches Netz nicht erforderlich würde. Für die Gemeinde Sosberg sähen diese Planungen den Bau eines neuen Hochbehälters und die Erneuerung des Ortsnetzes vor.

Der Sommer war der heißeste seit 1947. In einigen Teilen von Rheinland-Pfalz wurden bis zu 35 ° Celsius gemessen.    

In der Nacht vom 5. zum 6. November wurde an Mahnes Eck (Haberkamp) die Madonna gestohlen. Die Madonna soll nach Angaben des Herrn Pastor Spanier aus dem 15ten Jahrhundert stammen. Es war eine Holzarbeit.

Im Herbst wurde mit dem Bau einer Leichenhalle begonnen. Die Rohbauarbeiten wurden noch vor Wintereinbruch beendet.

In diesem Jahr sind dreißig Jahre nach dem Krieg vergangen. Von den Vermißten unserer Gemeinde ist keiner zurückgekehrt.

Soweit der Chronikschreiber für das Jahr 1975. Sosberg, den 26. 03. 1976, Regina Hölzer

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