Chronik 2!

 

  Notizen zum Gemeindeleben

aus dem Merkbuch, LHA 655,100, Nr. 1

in chronologischer Ordnung

  (zum besseren Verständnis wurden einige Textstellen der heutigen Ausdrucksweise angepaßt)
1753 Heut, dato den 30. Aprillis 1753, hat die löbliche Gemein Sosberg sich vereinbart, wegen des Holztheilens, weil, daß dan der Wald sich alß kleinert und den Bürger mehr gebe zu fürchten, daß der Wald nit auf lang ertraget, so solle dann nun sein vor diese und die Nachkommen, das wo zwey Ehen in einem Haus beysammen wohnend Bürger sein, daß sie nur das Halbtheil von Holz bekommen.

Denn da wo zwey Bürger im Haus wohnen ist für anderthalb Theil Holz.

Noch weiteres, daß wan einer der frembt oder nit begüttert ist allhier zu Sosberg, der dann will Bürger sein und seyndt beiderseits frembt, müste sie geben an Summa ein Hundert und 50 Rt. und auch daselbst einen Bürgen setzen vor und umb Summa.

Die Vereinbarung ist geschehen darum, will man (nit), daß die Gemeinde sich als größert und die Gerechtigkeit als kleiner wird und also verbleibt.

Noch weiteres ist die Gemän Susberg Eins worden, daß wan ein Inhämischer will Bürger werden, der solle und muß der Gemäin Susberg 6 Kopfstück geben und noch darbey gleich einen Schweinschincken, der gereicht ist. Undt soll an Gewicht schwer sein auf hiesiger Gewicht 9 Pfund. Und darzu ein Prudt, daß 6 Pfundt weidt.

1794 1794. Anno 1794 das Jahr geschrieben, ich Johann Laudwein verstäig das Kraut in der Rockeswies (?) auf 6 Jahr dem Georg Wilhelms stäigt das Kraud alle Jahr vor 2 RT 21 Albus, auf 6 Jahr verstaigt.
1794 Heut, dato 28. Abriel, haben die Gemeindsvorsteher ein Stück Lant zu Flohr ausgeschlagen und über die Bürgerschaft aufgedeilt und verlost. Auch haben sie 2 Erdsticker (Anm.: Äcker) eines dem______ ... und eines zum Versteigen, welches ist bis an den bestimmten zahlenden Tag .. dieß Jahr war den 29. July an öffentlicher Gemein und zwahr zu Mastershausen auf 6 Jahre versteiert worden. So bleibt____.. der Letzt bietende vor 1 Rt 19 Albus. Johannes Laudwein - Bürgermeister.
1825 Zum Bedenken wird hier bemerkt, daß heute den 20. Oct. 1825 jeder Bürger von hier ein Semmer Eicheln bei dem Engels Brunnen (Engelroth?) gesäät hat. Am 18. April 1826 wurde der Tannen, Fichten. Lerchen und Kiefer Samen auf das Nästköpfchen (Noehlköpfchen?) gesäät, alles unter der Anordnung des Kreisförsters Herr Ludovici, ein geborener Nassauer. Domini quarte santes de demences ant cotes a toutes die septa aus cur D`professum.

Bescheinigt wie oben. M. Haeser - Scheffe

1829 Im Monat Mai 1829 wurde die Ober Stiefel zu einer Wies eingerichtet und unter 34 Bürger verteilt.
1830 Pro 1830. Diesen Februar war eine Kält, daß der Bohr bei Bauer’s Haus des Morgens um 9 Uhr das Wasser noch unten in dem Bohr mit Eis bedeckt war. Zirwes - Scheffen.
1832 Haupte Geometer Vermessung vom Land der Gemeinde Sosberg war im Jahr 1832. Den 1. Mertz ist der Anfang gemacht worden, ist der ganze Umfang gemeß worden um die Gerechtigkeit zu machen. Das einzelne Feld und Wießen. Bis zum 30. May 1832 alles vermessen. Ist gemessen worden durch erste Gehilfe Wald, gebürtig zu Aachen. Hat das ganze gemessen. Zweite Gehülfen, die alle einzelne Felder und Wießen gemeßen haben, Nicolas Schützen, gebürtig zu_____..... bei Saarloius, Johanny, gebürtig bei Trier aus Palzem. Diese drey haben alle Feld und Wießen gemessen.

Die Klassifizierung des Landes in gut, mittel und schlegt (schlecht) und doppelt schlegt ist der Anfang gemacht worden. Den 20. November war die Maßkommission fertig.

Kommissarius war Zirvatius, gebürtig Kreis Adenau. Kontrolleur war Monschau, gebürtig bei Bonn. Die zweite Klaßierung war Absteinungs-Kommission in wiefielen Feldern und Wießen, weil die erste Kommission nur ganze Längten klassieret haben. Zur zweyte Kommission von dem 11. und 12. Dezember 1832. Zu dieser Kommission man bestimmte den Kontrolleur namens Stolberg, gebürtig in Aachen, als Kommissarius Jacob Engel, gebürtig aus Reidenhausen. Aus der Gemeinde Sosberg war bestimmt und von Anfang an mit sind gegangen, nämlich Johann Peter Zirwes, Gemeindeschöffen, Mathias Heeser, Johann Schnorr, Johann Peter Bauer, Johann Engel, alle gebürtig und wohnhaft in Sosberg.

1835 Die Gemeinde Sosberg hat sich im Jahr 1835 ein Viehbuch von dem damaligen Bürgermeister Rittig (Anm: Bürgermeisterei Blankenrath) angeschafft. Das Buch wird genannt von Johann Nicolas Rohwels, eine von der Königl. Märkischen ökonomischen Gesellschaft zu Potsdam gekrönte Preisschrift, vierzehnte umgearbeitete und verbesserte Auflage, mit einer Kupfertafel. Der Schöffe - Hansen.
1836 Der Brandeweiher beim Rathaus ist im Jahr 1836 erbaut worden unter der Aufsicht des Schöffen Hansen.
1836 Die Gemeinde Sosberg hat sich im Jahr 1836 durch Übereinstimmung vor dienlich befunden, einen eigenen oder selbständigen Schullehrer gesetzt worden. Von der königl. Regierung genehmigt worden. Hansen - Schöffe.

Den ersten Lehrer als die Schulekompetenz festgestellt war, den wir auch schon vorher mehrere Jahr zum Lehrer gehabt, wahr Peter Liesenfeld von Frankweiler im Kreis Simmern. Der Schöffe - Hansen.

1839 1839. Im Jahr 1839 im Mertz hat die Gemeinde Sosberg auf dem Burgbüsch Köpgen Buchenpflanzen gesetzt. Da waren 40 Bürger. Ein jeder Bürger setzte 250 Pflanzen durch Anordnung der Försters Quickert und Aufsicht des Schöffen Hansen. Jacob Bauer, Beistand.
1839 Im Jahr 1839 den 25. Juni haben zehn Mann von der Gemeinde Sosberg in dem Oberwald an dem Pfad, der durch den Wald auf die Stiefel führt, Kiefferen und Lergen Saamen geseth. Durch Anordnung des H. Försters Queckert und Aufsicht des Schöffen. Hansen.
1841 Im Jahr 1841 den 17. April wurde der Rottannen und Lärchensamen in dem Distrikt "Oberwald" durch Anordnung des Försters Quickert und Gemeindeschöffe Zirwes gesäät. Sosberg, den 18.4.1841. Zirwes - Schöffe.
1851 Den 16. Mai 1851 hat die Gemeinde Kiefferen Samen auf das Weittes Köppgen, die Seite nach dem Säufen genannt, etwas Lerchensamm gesächt.

1851. Am 17. Mai 1851 wurden auf der Loosenkaulen Köppgen Kieffern mit Lerchen und Rottannen gesächt. Den nämlichen Tag wurden Rottannen in den Abhang des Millberg (Mühlenberg?) gesetzt. An den Fußholler des Scheiventriesch, am nämlichen Tage wurde auf den Burgbieß auf das Köppgen Rottannen, Lerchen, etwas Kieffern besäht. Am nämlichen Tag wurde auf das Engelroths Köppgen Lerchen, Kieffern, etwas Rottannen gesäht unter der Aufsicht des Königl. Försters Queckert. Der Vorsteher - Hansen.

1851 Der Distrikt Getzenwald ist im Jahr 1851 ausgerodet und zu Flurland umgewandelt und unter 46 Bürger verteilt worden. Es haben aber noch 6 Stücker gefehlt, davon sind 4 auf Scheibentriesch gekommen, zwei zu Looßenkaul, einer in die Hintertrift. Sosberg, den 9.4.1852 - Vorsteher Hansen.
1852 1852. Am 27. Apriell 1852 hat der Vorsteher selbst auf der Katzenzahl in die Birken Fichtensamen den dortigen Saatkamp (Anm.: Pflanzgarten) besät.

Sosberg, den 9.5.1852. Der Vorsteher. Hansen.

1852 Am 25. Apriell 1852 hat die Gemeinde Fichtensamen in den Mühlberg gesät unter der Aufsicht des Königl. Försters Queckert, mit der gesamten Bürgerzahl, die 46 beträgt. Sosberg, den 3.5.1852. Der Vorsteher Hansen - aufgeschrieben zum Andenken der Nachkommenschaft.
1853 Heute, den 12. April, hat der Philipp Trapp von hier der Gemeinde zwei Quart Brandenwein gegeben, damit sich sich das Recht vorbehalten, wenn er nochmals aus Amerika zurückkommt, ihn wiederum auf sein Verlangen seine Person ohne etwas in die Gemeinde zu bezahlen als Bürger anzunehmen. Sollte Phil. Trapp Familie mitbringen, dann müßte er den ...Tax wenn er Bürger werden will, entrichten. Sosberg, den 12.4.1853. Der Vorsteher - Hansen.
1861 Im Jahr 1861 ist die Orgel in unserer Pfarrkirch zu Mastershausen gebaut worden und hat uns an unserem Anteil gekostet wie voraus quotiert war: 262 ½ Taler, 5 Groschen mit allen Unkosten und Nacharbeit, beinahe Dreihundert Taler. Für die Gemeinde Sosberg ist sie zum erstenmal gespielt worden auf das Fronleichnamsfest 1861. Sosberg, den 6.8.1861, Vorsteher – Hammes.
1862 Das Spritzenhaus ist im Jahr 1862 gebaut worden. Die Gemeinde hat die Materialien dazu geliefert und hat bloß die Handwerksarbeiten vergeben, und kostete die Gemeind 161 Taler. Sosberg, den 19.12.1862. Der Vorsteher - Christ.
1863 Die Gemeindegrenze ist von dem Geometer Malburg aus Neuwied im September 1862 festgesetzt und kostete die Gemeinde 83 Thaler. Die Klassierung des Feldes privat Eigenthum ist 1863 von Pies von Blankenrath und Tasch von Raversbeuren.
1863 Die Spritze dahier ist am 8.12.1863 von dem Fabrikant J. Stark aus Coblenz gemäß des von Herrn Bürgermeister eingegangenen Akkortes (Anm: Vertrag) richtig abgeliefert und züglich geogiert worden. Obschon der Gemeinderath bei der Aufnahme in den Etat die Oberhand genommen, daß eine kleine sollte bestellt werden, so war selbige ihm doch nicht recht, und hätte lieber eine für 300 Taler als diese, welche 115 Thaler machen gekost hat. Sosberg, den 8.12.1863. Der Vorsteher - Christ.
1870 1870. Die zwei steinerne Wassertröge an dem Gemeindebrunnen dahier wurden im November 1869 bestellt an Mathias Maas in Mayen, den laufenden Fuß zu 17 Sgr, wurde aber durch den Krieg zwischen Frankreich und Deutschland nicht fertig bis November 1870. Kosten in allem, Unkosten, Materialien, Fuhrlohn, die zwey zusammen 94 Taler. Der Unternehmer mußte sie liefern bis Treis, von dort aus kosteten sie 12 Taler Fuhrlohn. Die Steine an sich allein kosten 67 Taler, 2 Silbergroschen, 6 Pfennig. Sosberg, im Dez. 1870. Der Vorsteher - Müller.
1871 Bei der allgemeinen Volkszählung am 1. Dezember 1871 hatte Sosberg 280 Einwohner, im Jahr 1858 betrug die Zahl 244 Einwohner. Also hat sich die Zahl der Personen in 13 Jahren um 36 Personen vermehrt. Sosberg, den 17. Dez. 1871. Der Vorsteher - Müller.
1871 Die Brücke zwischen Sosberg und Mastershausen wurde im Jahr 1871 gebaut von Diel und Johann Peter Haberkamp II für 89 Thaler. Die Steine wurden gegen der Brücke auf dem Banne von Mastershausen gebrochen. Von obengenannter Summe mußte Sosberg die Hälfte bezahlen. Sosberg im Oktober 1871. Der Vorsteher - Müller.
1871 Die zwei Bilderfenster in der Kirche dahier wurden im Jahr 1871 gemacht. Die Fenster bezahlte die Kirche. Ge... und sonstige Materialien nebst Arbeitslohn bezahlte die Gemeinde, und zwar 28 Taler, 10 Silbergroschen. Sosberg, im December 1871. Der Vorsteher - Müller.
1875 Im Juni wurde der Bau des Schulhauses angefangen und sollte bis zum 1. Mai 1876 fertig werden. Da die Mauerarbeit zu mager blieb, so gaben sich die Mauern durch das Gewölb heraus und Unternehmer war genötigt, den Keller anders zu wölben, damit die Mauern nicht mehr zu schwer zu tragen hatten. Der Vorsteher - Reuter.
1890 (Textanfang fehlt, er berichtete wohl von einem schweren Sturm).....Kirche weg, warf ihn wieder die Schule während der Schulstunde und es wurden viele Kinder verletzt. In diesem Winter entstand in Asien eine Krankheit, Influenza genannt, kam nach Europa, zuerst nach Rußland, verbreitete sich nach allen Himmelsrichtungen, sogar in Amerika hat sie Besorgnis erregt. - dahier war sie nicht gefährlich und die meisten kamen mit ein paar Tagen davon, obschon man sie noch lange in den Knochen spürte. War man aber dabei erkältet, konnte es schlimmer werden, folgte die Lungenentzündung darauf, so war es schlimm. Bis jetzt ist die Krankheit im Abnehmen begriffen. Sosberg, den 10. J. 1890. Für die Nachkommenschaft. Bauer - Vorsteher.
1893 In diesem Jahr wurde die Gesellschaftsmühle gebaut. Die alte war baufällig. Dieselbe stand ober der Brücke auf der Mastershausener Seite, etwa 20 Schritt oberhalb, wo man von dieser auf die andere Seite über den Bach fährt. Es waren damals zehn ganze Tag und 31 halbe und Viertelstag als Teilhaber. Alle Teilhaber zusammen mahlten 24 Tage. Die Steine wurden ober der Brücke (am Nähl) am Wege gebrochen. Sämtliches Mahlwerk aus der alten Mühle wurde wieder in der neuen verwertet, bloß war ein neues Gebiet notwendig. Der Bau kostete annähernd 1.300 Mark. Bauleiter oder Führer waren Linden Johann Peter, Reuter Johann, Holl Peter. Reuter hat aber sämtliche Pläne entworfen. Aufgezeichnet zur Kenntnis der Nachkommenschaft. Sosberg, den 7. Dezember 1893. Bauer - Vorsteher.
1905 Am 5.7.1905 war in Sosberg und Umgebung ein so schweres Gewitter, daß die alten Leute sich nicht erinnern konnten, daß ein solches gewesen war. Es hat so geregnet und gehagelt, daß den Leuten das Heu aus den Wiesen fortgeschwemmt wurde. Zum Andenken der Nachkommenschaft. Sosberg, den 16.1.1907.
1905 Ereignis. Im Mai 1905 wurde der Telephon in Sosberg gebaut vom Telegraphenbataillon aus Coblenz. Die Telegraphenstangen hat die Gemeinde Sosberg gestellt. Die Gemeinde Sosberg muß zehn Jahre Garantie leisten. Sosberg, den 16. Jan. 1907.
1905 Im Jahr 1905 war auf dem Käulchen Mastershausen ein Manöver. Es kamen die 40iger aus Aachen von Kastellaun im Umkreis des Großbachs nach bis an Dorf. Im Sturm ging es Mastershausen zu, wo die 65iger aus Köln mit Gewehr und Kanonen feuerten. 65iger mußten sich gegen Mittag ergeben.
1905 Im selben Jahr ward das Pfarrhaus gebaut. Der Schöffe in Vertret. Beistand.
1906 Bei der allgemeinen Volkszählung am 1. Dezember 1906 hatte Sosberg 269 Einwohner.
1907 Im Juli 1907 betrug die Einwohnerzahl von Sosberg 258 Seelen. Sosberg, den 19.7.1907. Der Vorsteher Þ letzter Eintrag !

* * *

  Nr. der Wohnhäußer von Sosberg, um 1830

1 Mathias Pies 20

  2 Klein, Witt. 21 Jakob Arentz, Witt
  3 Johann Peter Engel 22 Nikolas Bauer

4 Gemeindehauß 23 Maria Catharina Petry

5 Anton Kontz(en) 24 Peter Josef Petry, Witt.

6 Heinrich Kornely, Witt. 25 Nikolaus Schneider

7 Jacob Weber 26 Johann Christ

  8 Johann Limbach 27 Johann Peter Wolf

9 Pfillibus Limbach, Witt. 28 Johann Hister

10 Johann Peter Bauer 29 Johann Schmitz

11 Johann Peter Simons 30 Johann Heßer, Witt.

12 Johann Peter Wilhelms 31 Hierden Hauß

13 Johann Engel 32 Johann Schwab

14 Mathias Schmitz 33 Anna Baur

15 Johann Petre Lenhart 34 Peter Haverkamp

16 Anton Trapp 35 Görg Linden

17 Johann Henrichs, Witt. 36 Johann Peter Hanßen

18 Johann Schnorr 37 Peter Reiter

19 Johann Haverkamb, Witt. 38 Mathias Heßer

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